Friedrich Sacher: Mit einer Frau im Leide
Ich kam, um sie zu trösten,
lang hielt ich ihre Hand.
Dass Worte nicht erlösten,
ich nur zu gut verstand.
Sie hob auch still den Finger,
schob ihn vor meinen Mund.
"Die Zeit macht es geringer",
dacht ich, "und dich gesund."
Hat sie mir´s abgelesen?
Sie nickte lächelnd: Nein.
Ihr Auge wie genesen
gab jetzt schon milden Schein.
Noch schwieg sie. Doch beim Scheiden
kam sie darauf zurück:
"Nimm dieser Welt das Leiden,
so nimmst du ihr das Glück!"